Büro- und Wirtschaftsgebäude am Standort „Stutel“


Projekttyp
Hochbau Industriebau

Ort
Thüngersheim

Auftraggeber
Staatliches Bauamt Würzburg

Entwurf
Schlicht Lamprecht Architekten, Schweinfurt

Bauzeit
2018-2020

Abmessung
BGF 1.370 m², BRI 6.790 m³

Fotos
Schlicht Lamprecht Architekten, Schweinfurt

Leistungsumfang
Tragwerksplanung, LP 1-6 gem. §51 HOAI 2013, besondere Leistungen

Bearbeitung
Bearbeitung als Tragraum Ingenieure und vormals Dr. Kreutz+Partner

Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) bewirtschaftet in Thüngersheim den Versuchsgarten „Stutel“. Im Forschungsbetrieb werden praxisorientierte Anbauversuche zu Obstsorten durchgeführt sowie zukunftsorientierte Fragestellungen untersucht. Auf dem Versuchsgelände wurden zwei Neubauten errichtet: ein Büro- und Produktionsgebäude sowie ein Werkstatt- und Lagergebäude. Beide Gebäude sind nicht unterkellert in Holzbauweise mit integrierten Stahlbetonkonstruktionen für die Technikräume ausgeführt.

 

Das Büro- und Produktionsgebäude, auf dessen Dach sich eine Photovoltaikanlage befindet, ist im Inneren von großen Raumhöhen und einem weitgespannten Dachtragwerk für eine flexible Raumaufteilung geprägt. Die unterschiedlichen Nutzungen der Produktions- sowie Büro- und Verwaltungsbereiche werden durch einen Bodenplattenversprung um ca. 1,5 m voneinander getrennt. Die quer im Gebäude angeordneten 14 cm schmalen Brettschichtholzbinder spannen auf Brettschichtholzstützen und Holzständerwänden. Die vorgefertigten Hauptstützen sind über Stahleinbauteile mit Toleranzausgleichsmöglichkeiten auf der Stahlbetonbodenplatte gelenkig gelagert. Die gewählte Holzskelettkonstruktion in Verbindung mit einer innenseitigen Installationsebene entlang der Außenwände gewährleistet eine in Bezug auf das Tragwerk kollisionsfreie Führung der haustechnischen Medien.

 

Der Innenbereich des Werkstatt- und Lagergebäudes mit einer Grundfläche von ca. 27,5 x 19 m wird durch große Raumhöhen sowie einen zweistöckigen Bereich gebildet. Im Werkstattbereich befindet sich ein Schwenkkran mit einer zulässigen Hublast von 1 to. Das Dach ist als Pfettendach mit einer Neigung von ca. 11° erstellt und kragt auf der Eingangsseite stützenfrei um 5,2 m aus. Die Pfetten und Binder aus Brettschichtholzträgern spannen auf Stahlbeton- und Holzständerwänden und sind durch eine Dachschalung gegen Kippen gesichert.